Geschichte

 Jahr Ereignis
 1513 Es war in der Zeit um Ostern im Jahre 1513. Der spanische Seefahrer Ponce de Leon und seine Besatzung erreichten den Mündungsbereich des St.Johns River. Zunächst glaubte er, eine neue Insel entdeckt zu haben. Doch in Wirklichkeit sichtete er den Südosten Nordamerikas. Passend zur Jahreszeit gab er seiner neuen Entdeckung, der Halbinsel Florida, seinen heutigen Namen. Denn Florida stammt vom spanischen „pasqua florida“, was übersetzt soviel wie „Osterzeit“ heißt. Heute ist sogar ein kleiner Ort im Holmes County in Florida nach seinem Entdecker benannt. Doch Ponce de Leon war nicht der allererste, der seinen Fuß auf das Festland setzte. Aus den Aufzeichnungen geht hervor, dass schon seit Urzeiten Florida die Heimat von verschiedenen Indianervölkern war. Zu den Bewohnern zählten die Stämme der Apalachee, die Calusa, die Timucua und die Tocobago. Beweise dafür sind heute in der Archäologischen Fundstelle Windover bei Titusville zu finden, wo 1982 die Überreste von mindestens 168 Moorleichen aus dem 6.Jahrtausend vor Christus ausgegraben wurden.
 1565 In den Jahren nach 1513 war Florida ein umkämpftes Land – Spanier, Franzosen und Engländer stritten um das Gebiet. Die erste europäische Siedlung auf dem nordamerikanischen Festland, die bis heute erhalten geblieben ist, war San Augustin im Jahre 1565 – gegründet vom damaligen spanischen Gouverneur Pedro Menéndez de Avilés. Die Spanier schienen von jetzt an die Hoheit über den Südosten zu gewinnen.
 17.Jahrhundert Doch im 17.Jahrhundert hatten Engländer mehr und mehr Erfolg und drängten die Grenzen der spanischen Kolonie immer weiter in den Süden. Gleiches gelang den Franzosen am Unterlauf des Mississippi. Nach dem Siebenjährigen Krieg mussten die Spanier Florida an Großbritannien abtreten. Florida umfasste damals nur einen Teil der heutigen Landesgrenzen.
 1781 Im amerikanischen Unabhängigkeitskrieg verbündete sich Spanien mit Frankreich und erhielt 1781 wieder die Kontrolle über große Teile Westfloridas. Zwei Jahre später wurde Spanien wieder ganz Florida zugesprochen. Das wurde im „Frieden von Paris“ auch schriftlich fixiert.
 1819 Im Jahr 1819 beanspruchten schließlich die USA das Land für sich. Den Spaniern blieb keine andere Wahl, da amerikanische Truppen das Land seit dem britisch-amerikanischen Krieg zwischen 1812 und 1814 besetzt hielten und es auch danach nicht mehr verließen.
 1845

Am 3.März 1845 wurde Florida der 27.Staat der Vereinigten Staaten von Amerika. Als Hauptstadt bewarben sich Pensacola und Saint Augustine. Da man sich auf keine der beiden Städte einigen konnte, wurde ein Ort dazwischen gesucht. Tallahassee mit seinen hohen Hügeln war dafür prädestiniert. 1824 wurde die Stadt im Norden zur neuen Hauptstadt des Staates Floridas. Komplett erschlossen wurde Florida von Henry Flagler, der gegen viele Widerstände den Bau einer Eisenbahnlinie von Jacksonville bis hinunter nach Key West durchsetzte. Diese Eisenbahnlinie wJacksonviöllar auch dafür verantwortlich, dass Städte wie West Palm Beach und Miami entstanden sind. Eine Basis für die wirtschaftliche- und touristische Erschließung des Landes war geschaffen.

 20.Jahrhundert

Der große wirtschaftliche Aufschwung von Florida begann im frühen 20.Jahrhundert. Dieser ist ganz eng verknüpft mit der amerikanischen Raumforschung. Nach dem zweiten Weltkrieg baute die NASA an der Ostküste das Raumfahrtzentrum Cape Canaveral. In den folgenden Jahren stand dieser Ort vor allem zweimal im Blickpunkt. Zunächst im Jahre 1969, als vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral die ersten Astronauten zum Mond aufbrachen. Zwei Jahre später betrat Neil Armstrong als erster Mensch überhaupt den Mond. Am 28.Januar 1986 blickte die ganze Welt wieder nach Cape Canaveral. Diesmal aber war der Anlass weniger schön. Millionen von Menschen saßen am Nachmittag vor ihren Fernsehgeräten und wollten live den Start der Raumfähre „Challenger“ mitverfolgen. 73 Sekunden nach dem Start passierte es. Die großen Antriebsraketen des „Space Shuttles“ explodieren, die Raumfähre stürzt ab. Alle sieben Menschen an Bord der „Challenger“ starben.
In den sechziger Jahren kam es auch in der Tourismusbranche zu einem Boom. Das lag in erster Linie an den vielen Erlebnis- und Vergnügungsparks. Den Anfang machte das Space Center. Nur wenige Jahre später entdeckte auch der Walt Disney Konzern das Land für sich und baute mit Magic Kingdom den ersten Erlebnispark. Es folgten viele andere. Die Gegend rund um Orlando entwickelte sich stetig zu einer Entertainment-Metropole.
Das warme Klima von Florida lockte nach und nach auch immer mehr Badeurlauber an. Es sorgte aber auch für eine große Zuzugswelle von Bewohnern aus dem kälteren Norden. Aus Mittel- und Südamerika kamen Tausende von Immigranten. Der Höhepunkt wurde in den achtziger und neunziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts erreicht. Während im Jahr 1950 noch rund 2,7 Millionen Menschen in ganz Florida lebten, waren es 2007 schon mehr als 18 Millionen. Mittlerweile gehört Florida zu den Gegenden mit der höchsten Bevölkerungsdichte in den gesamten USA. Die Hispanics stellen mittlerweile die meisten Einwanderer von ganz Florida und machen rund ein Fünftel der Bevölkerung aus.

Genauso wie die Sonne im „Sunshine-State“ gehören auch die gefährlichen Hurrikans zu Florida, die oftmals viele Todesopfer forderten. Zuletzt im Jahre 1992, als Hurrikan „Andrew“ schwere Verwüstungen anrichtete. Der Hurrikan der höchsten Kategorie (5) fegte am Morgen des 24.August 1992 mit einer Geschwindigkeit von bis zu 240 Stundenkilometern zwischen Florida City und Miami hinweg. Schon wenige Stunden später zeigte sich das ganze Ausmaß der Schäden. 63.000 Wohnungen in dieser Gegend wurden weggerissen, über 250.000 Menschen waren plötzlich obdachlos. 26 Menschen verloren ihr Leben. Hurrikan „Andrew“ ist bis heute einer der teuersten Wirbelstürme, der über die USA hinweg gezogen ist.